E-Mail-Adresse ohne Handynummer erstellen: was wirklich geht
Eine E-Mail-Adresse ohne Handynummer anzulegen funktioniert, aber nicht bei jedem Anbieter gleich gut. Bei welchen die Nummer wirklich freiwillig bleibt und wo sie plötzlich zur Pflicht wird, klärt dieser Beitrag.
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Warum manche Anbieter die Nummer verlangen und andere nicht
Die Handynummer ist für die Anbieter vor allem ein Filter gegen automatisch erzeugte Massenkonten. Eine echte Nummer lässt sich nicht beliebig oft verwenden, deshalb hängen viele Dienste die Anmeldung daran auf. Bei kleineren oder datenschutzorientierten Anbietern entfällt dieser Schritt häufig, weil sie auf andere Wege setzen, um Missbrauch zu erkennen.
Zwischen den großen Diensten gibt es einen klaren Unterschied. GMX und Web.de, beide aus Deutschland und nach deutschem Datenschutzrecht betrieben, fragen die Mobilnummer oft, lassen aber meist eine Alternative zu. Google und Microsoft verlangen sie strenger, je nachdem, wie der Anmeldeversuch beim System ankommt. Proton aus der Schweiz geht noch einen Schritt weiter und kommt im Normalfall ganz ohne Nummer aus.
GMX und Web.de: die Nummer ist meist optional
Bei GMX und Web.de tauchen während der Anmeldung Felder für die Mobilnummer auf, doch dahinter steht in der Regel der Hinweis, dass die Angabe der Wiederherstellung dient und nicht zwingend ist. Wenn Sie das Feld leer lassen, bietet der Anbieter Ihnen stattdessen eine zweite E-Mail-Adresse als Kontakt an. Diese Variante reicht völlig, um das Konto später wieder zu öffnen, falls Sie das Passwort vergessen.
Beide Anbieter sind für viele in Deutschland die naheliegende Wahl, weil die Server hierzulande stehen und die Oberfläche auf Deutsch geführt wird. Wer Wert darauf legt, keine Nummer zu hinterlegen, sollte beim Ausfüllen nur darauf achten, das Telefonfeld bewusst auszulassen und im nächsten Schritt die Ersatzadresse einzutragen. Damit ist das Postfach voll nutzbar, ganz ohne Mobilnummer.
Proton Mail und Tuta: von vornherein ohne Telefon gedacht
Proton Mail aus der Schweiz und Tuta aus Deutschland, früher als Tutanota bekannt, sind von Grund auf für Menschen gebaut, die wenig von sich preisgeben möchten. Beide verschlüsseln die Postfächer und verlangen für ein kostenloses Konto normalerweise keine Handynummer. Bei Proton kann das System bei einer auffälligen Verbindung trotzdem nach einer Bestätigung fragen, dann genügt aber oft eine zweite E-Mail-Adresse oder eine kleine Aufgabe im Browser.
Der Unterschied zu den großen Anbietern liegt in der Grundhaltung. Hier ist der Verzicht auf die Nummer der vorgesehene Normalfall und kein Trick, den Sie ausnutzen. Dafür sind die kostenlosen Konten beim Speicherplatz etwas knapper bemessen. Für eine zweite Adresse, mit der Sie sich anmelden und schreiben, ohne Ihre Nummer zu teilen, sind beide eine ruhige Lösung.
Wo Gmail und Outlook die Nummer doch verlangen
Bei Google und Microsoft entscheidet sich erst im Moment der Anmeldung, ob die Nummer Pflicht wird. Maßgeblich sind das Gerät, der Browser und die Frage, wie oft von dieser Internetverbindung aus zuletzt schon Konten angelegt wurden. Wer kurz hintereinander mehrere Postfächer erstellt oder über eine als auffällig eingestufte Verbindung kommt, bekommt die Nummer eher als Pflichtfeld. Dieselbe Person kann es an einem anderen Tag ohne Nummer schaffen.
Wegwerf-SMS umgehen und besser absichern
Im Netz kursieren Wegwerfnummern, die einen SMS-Code für die Anmeldung empfangen sollen. Davon ist abzuraten. Solche Nummern werden von vielen gleichzeitig genutzt und sind den großen Anbietern oft längst bekannt, sodass die Bestätigung scheitert. Wer die Nummer später für die Wiederherstellung bräuchte, hat ohnehin keinen Zugriff mehr darauf, weil sie nicht ihm gehört.
Der bessere Weg ist die zweite E-Mail-Adresse als Wiederherstellungskontakt, ergänzt um eine Authenticator-App für die Anmeldung in zwei Schritten. Die App erzeugt alle paar Sekunden einen neuen Code auf Ihrem Handy, ohne dass eine Nummer hinterlegt sein muss. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt eine solche zweite Stufe ausdrücklich, weil sie das Konto deutlich schwerer angreifbar macht.
Empfohlene nächste Schritte
Sie wissen jetzt, bei welchem Anbieter die Nummer freiwillig bleibt. Im nächsten Schritt geht es darum, das neue Postfach von Anfang an sauber abzusichern und die passende Adresse für Ihren Zweck zu wählen. Suchen Sie unten aus, was als Nächstes ansteht:
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Häufige Fragen
Bei welchem Anbieter geht es am sichersten ohne Handynummer?
Am verlässlichsten klappt es bei Proton Mail und Tuta, die von Haus aus keine Nummer verlangen. Bei GMX und Web.de ist die Angabe meist optional, wenn Sie das Feld leer lassen und eine zweite E-Mail als Kontakt hinterlegen. Bei Gmail und Outlook ist es möglich, aber vom jeweiligen Anmeldeversuch abhängig.
Warum verlangt Gmail bei mir trotzdem eine Nummer?
Das passiert meist, wenn von Ihrer Verbindung kurz zuvor schon Konten erstellt wurden oder das System den Versuch als auffällig einstuft. Wechseln Sie auf den Browser am Computer, melden Sie sich aus anderen Google-Konten ab und warten Sie etwas, bevor Sie es erneut probieren.
Ist eine E-Mail ohne Handynummer voll nutzbar?
Ja. Senden, Empfangen, Speicher und die üblichen Funktionen arbeiten ganz normal. Es entfällt nur der SMS-Code als ein Weg der Bestätigung, den Sie durch eine Authenticator-App vollwertig ersetzen können.
Sind Wegwerfnummern aus dem Internet eine Lösung?
Davon ist abzuraten. Diese Nummern nutzen viele gleichzeitig, weshalb sie den Anbietern oft bekannt sind und die Bestätigung scheitert. Wer die Nummer später für die Wiederherstellung bräuchte, hat keinen Zugriff darauf. Eine zweite E-Mail-Adresse als Kontakt ist der bessere Weg.
Kann ich die Nummer später ergänzen oder wieder löschen?
Ja, beides geht jederzeit in den Sicherheitseinstellungen des Kontos. Manche legen das Postfach erst ohne Nummer an und tragen sie später nur für die Wiederherstellung ein, ohne sie für weitere Dienste freizugeben.
Wenn Sie keine Nummer hinterlegen möchten, sind GMX, Web.de und vor allem Proton oder Tuta die ruhigeren Wege. Lassen Sie das Telefonfeld leer, sofern der Anbieter es zulässt, tragen Sie eine zweite E-Mail-Adresse als Kontakt ein und richten Sie eine Authenticator-App ein. So bleibt das Postfach offen für Sie und geschützt, ohne dass Ihre Mobilnummer dafür nötig wird.
Quellen: offizielle Hilfeseiten der Anbieter (GMX, WEB.DE, Proton, Google) und Hinweise des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (bsi.bund.de).
